Branchenlösung - 20 Jahre SEWiGA

(Agrartechnik 10/2015)

 

20 Jahre SEWiGA |Damit im Betrieb alles rund läuft, braucht es die richtige Software. SEWiGA bietet seit mittlerweile zwei Jahrzehnten Lösungen speziell für Landmaschinen- und Motorgerätehändler.

 

Bei Landtechnik- und Motorgeräte-Fachbetrieben sind die Verhältnisse so speziell, mit einer Software von der Stange geht da nichts“, meint Ulrich Schmitz. Er ist Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter des SEWiGA Software-Teams, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern kann. Die Branche kennt er jedoch schon länger. Und weil er mit den damaligen Angeboten nicht zufrieden war, kam die Idee, selbst in den Markt einzusteigen.

 

Das Führungs-Team bei SEWiGA in St. Ingbert (v. li. n. re.): Matthias Kettner, Markus Flick, Ulrich Schmitz und Marco Weidig.

 

Kurzer Vorlauf

Erster öffentlicher Auftritt der drei Firmengründer war auf der Gafa in Köln 1995. „Vorangegangen ist ein knappes Jahr, in dem unsere Software konzeptioniert und entwickelt wurde“, berichtet Schmitz. „Den ersten Auftrag konnten wir dann gleich im Anschluss an die Messe schreiben. Im ersten Geschäftsjahr folgten 40 weitere. Unser Schritt in die Selbständigkeit war wie jede Unternehmensgründung ein gewisses Wagnis. Ich hatte damals gerade gebaut und habe als allererstes wieder – zur großen Freude meiner Frau – das Haus verkauft, weil ich keine zusätzliche Belastung wollte. Wir haben uns selbst fünf Monate Zeit gegeben, uns zu etablieren. Wäre uns das nicht gelungen, hätten wir zugesperrt.“

Daraus sind nun inzwischen 20 Jahre geworden, mit rund 900 installierten Anlagen und zirka 3 500 Menschen, die mit SEWiGA Software arbeiten.

Als Dank gab es für die Mitarbeiter zum Jubiläum eine dreitägige Reise. Dabei wurde mit der Firma Baasch in Horst auch ein langjähriger Kunde besucht. Und natürlich kam das Gesellige nicht zu kurz, zum Beispiel bei einem Besuch im Hamburger Dungeon.

 

 

So geht es freilich bei SEWiGA nicht jeden Tag zu. Dieses Foto entstand im Rahmen eines

Betriebsausflugs im Hamburger Dungeon.

 

Hohe Anforderungen

Bei SEWiGA selbst sind derzeit 22 Mitarbeiter beschäftigt. Neben Ulrich Schmitz ist aus der Anfangszeit noch Mitbegründerin Susanne Ohliger dabei, die sich um den Vertrieb kümmert. Der Rest der Mannschaft sind meist eigene Gewächse, die nach der Ausbildung übernommen wurden und demnach auch schon einige Jahre dabei sind. Sie kennen also die Ansprüche der Branche bestens.

„Die Anforderungen in den Betrieben sind hoch“, erzählt Schmitz. „Eine Standardsoftware für Handwerks- oder Kfz-Betriebe kann das in der Regel nicht leisten. So haben wir es zum Beispiel mit einer enorm hohen Zahl an Teilenummern zu tun. Bei einem Hersteller sind es mittlerweile über drei Millionen! Einer der wichtigsten Punkte bei Neukunden ist meist die Datenübernahme. Aber auch bei bestehenden Anlagen kann sich in dieser Hinsicht noch einiges tun, zum Beispiel bei der Fusion zweier Hersteller. Dann laufen die Teilenummern meist noch längere Zeit nebeneinander her. Ähnliches gilt für die Preisdaten.“

 

Bestandskunden

Obwohl im Jahr rund 20 bis 30 neue Anlagen dazu kommen – schließlich ist SEWiGA schon immer ein sehr vertriebsorientiertes Unternehmen – liegt der Hauptschwerpunkt heute auf dem Support und der Betreuung der Bestandskunden.

Potenzielle Aufgaben gibt es viele. Und nicht alles ist so absehbar, wie damals der Wechsel vom Jahr 1999 auf 2000 oder die Umstellung auf den Euro. Dazu Ulrich Schmitz: „Oft kommt es vor, dass auf Anforderungen von Herstellern reagiert werden muss. Und dann erwarten unsere Kunden zeitnahe Lösungen. Schließlich kann niemand auf die Schnelle manuell tausende von Datensätzen ändern.“

Der Support ist aber nicht nur während der üblichen Arbeitszeiten gefragt. Dazu Schmitz: „Es kommt durchaus vor, dass Händler am Vormittag des Heiligen Abends, an Silvester, am 1. Januar oder zu sonstigen ungewöhnlichen Zeiten arbeiten. Auch dann ist immer jemand erreichbar, um zu helfen. Falls unsere Hotline wirklich einmal nicht besetzt sein sollte, ist in solchen Fällen auch die Handynummer vom Chef bekannt.“

Allein zwei Mitarbeiter kümmern sich um die Aufbereitung der Preisdaten von etwa 500 Lieferanten, die SEWiGA ihren Kunden zur Verfügung stellt.

Das Unternehmen ist auf sämtlichen für die Branche wichtigen Messen und Veranstaltungen präsent. Auch auf der anstehenden Agritechnica in Hannover wird ausgestellt. „Hier läuft in der Regel aber nur die Anbahnung eines Geschäftes. Verkauft wird in den meisten Fällen direkt vor Ort, wenn wir die tatsächlichen Verhältnisse kennen.“

 

Betrieb optimieren

Sicherlich, die EDV ist in erster Linie da, um den Betrieb am Laufen zu halten. Da werden das Lager und Bestände verwaltet, Reparaturen abgewickelt, das Kassenbuch geführt, es gibt individuelle Schnittstellen unter anderem zur Buchhaltung und vieles mehr.

Beinahe wichtiger ist es aber, aus dem System die richtigen Zahlen zur Analyse des gesamten Betriebes zu ziehen. Nur ein Beispiel ist da die Zeiterfassung in der Werkstatt.

„Unsere Software bietet viel an Funktionalität. Der Kenntnisstand der Anwender ist jedoch unterschiedlich“, sagt Ulrich Schmitz. „Ein Punkt, der mir sehr am Herzen liegt, ist die Schulung. Schließlich ist es nicht damit getan, ein Programm zu kaufen. Richtig ausnutzen kann man es nur, wenn man alle Funktionen kennt. Prinzipiell richten wir Arbeitsplätze und Programm direkt bei der Auslieferung beim Kunden ein und schulen dort auch. Ideal wäre es aber, das erworbene Wissen regelmäßig zu vertiefen.“

Dazu bietet SEWiGA im vierten Quartal vor der Inventur mehrere Schulungstermine an Standorten in Deutschland an. Hierzu zählen auch die Granit Academy in Heeslingen und die Kramp Academy in Strullendorf. Ulrich Schmitz würde sich allerdings wünschen, dass diese noch besser angenommen würden.

 

Nachfolge

Kontinuität ist in der Branche ein wichtiges Thema. „Unsere Erfahrung, die lange Betriebszugehörigkeit unserer Mitarbeiter und die Tatsache, dass wir mittlerweile seit zwei Jahrzehnten am Markt aktiv sind, sind entscheidende Faktoren, warum sich Händler für uns als Software-Partner entscheiden. Um diese Kontinuität langfristig zu gewährleisten, haben wir bei SEWiGA uns zu einem Mitarbeitermodell entschieden. Obwohl ich selbst erst Mitte 50 bin und noch einige Jahre Berufsleben vor mir habe, wird dies bereits seit einigen Jahren strategisch geplant. Die Unternehmensleitung werden gemeinsam drei langjährige Mitarbeiter übernehmen: Matthias Kettner als Geschäftsführer sowie Markus Flick und Marco Weidig als Prokuristen. Alle sind schon jetzt in ihre künftigen Arbeitsbereiche verantwortlich involviert, die Sache ist intern und extern kommuniziert“, sagt Schmitz.

 

Scharfes Profil

Produkte von SEWiGA sind für kleinere bis mittlere inhabergeführte Familienbetriebe konzipiert. Dazu Ulrich Schmitz: „Die Großen der Branche mit vielen Filialen, haben völlig andere Anforderungen. Unsere Anlagen haben in der Regel 3 bis 10, in der Spitze bis 50 Arbeitsplätze. Diese Art von Betrieben kennen wir ganz genau und bieten dafür maßgeschneiderte Lösungen. Sicherlich nimmt die Anzahl an Landmaschinenhändlern und Motoristen in den nächsten Jahren nicht zu, es gibt aber noch brach liegendes Potenzial. Viele Betriebe, in denen eine Unternehmensübergabe ansteht, beschäftigen sich intensiver mit dem Thema EDV. Insofern ist mir um unsere Zukunft und die der Branche nicht Bange.

 

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